Kapitel 16 bis Ende – Auf der Insel

Seite 263

 Schlange

Die Bedeutung der Schlange ist in verschiedenen Religionen und Mythologien höchst gegensätzlich. So gilt die Schlange für die Christen als Symbol des Teufels, deren bekanntester Auftritt in der Geschichte von Adam und Eva stattfindet, in der sie Eva dazu verführt, von dem verbotenen Apfel zu kosten.

In der griechischen Mythologie besitzt die Schlange jedoch eine gegenteilige Bedeutung. Da Schlangen die Fähigkeit besitzen, sich zu häuten und damit in eine jüngere, frischere Gestalt zu schlüpfen, galt die Schlange bei den antiken Griechen als Symbol der Unsterblichkeit. Später wurde diese Bedeutung dann weiterentwickelt, so dass die Schlange, die sich um einen Stab wickelt bis heute das Zeichen der Mediziner und Ärzte ist.

Die Schlange auf Makaios Beinen ist jedoch ein Symbol für seine Herkunft. Sie windet sich neun Mal um sein Bein, genauso wie der Styx, der sich neun Mal um den Hades windet.

 

Seite 271

 Alpha-Mädchen

Die Bezeichnung für den Begriff „Alpha-Mädchen“ habe ich von dem Begriff „Alphatier“ abgeleitet. Bei Tieren, die im Rudel oder in einer Herde leben, gibt es in der Regel ein Alphatier, das die Gruppe anführt. Je nachdem, was in der Umgebung der Herde wichtig ist und woraus die Gefahren für die Herde bestehen, wird für diese Position das Tier ausgewählt, das am stärksten, am erfahrensten und/oder am klügsten ist. Bei vielen Tierarten findet sich überdies noch eine Unterscheidung zwischen Alpha-Männchen und Alpha-Weibchen. Bei den meisten Tierarten bilden beide zusammen ein Paar, das in der Rangordnung am höchsten steht und gemeinsam die Herde oder das Rudel anführt.

Auch bei vielen menschlichen Urvölkern lassen sich ähnliche Herrschaftsstrukturen erkennen. So gab es oft einen männlichen Häuptling, dessen Partnerin gleichzeitig unter den Frauen am hochrangigsten war.

Aus diesen beiden Elementen habe ich auch die Hierarchie der Inselkinder gestaltet, die Kimon als Anführer gehorchen, jedoch das ranghöchste Mädchen noch nicht so richtig gefunden haben. Auch Kimons Eigenschaften als Anführer zeichnen sich dadurch aus, dass er klug und besonnen für das Wohl seiner Gruppe sorgt, während Ioanna als bislang ranghöchstes Mädchen versucht, ihren Willen notfalls mit Gewalt durchzusetzen. Durch diese Eigenschaft wird sie jedoch sowohl von Kimon als auch von den anderen Kindern als ranghöchstes Mädchen auf die Dauer abgelehnt.

 

Seite 291

 schwarzes Loch

Schwarze Löcher wurden schon vor langer Zeit im Weltraum entdeckt und galten den Menschen lange als bedrohliches Phänomen. Dabei werden durch Teleskope kreisrunde Punkte beobachtet, die keinerlei Licht von sich geben, die aber gleichzeitig alle Materie (also Sonnen und Planeten) anziehen, die in ihrer Nähe sind.

Inzwischen weiß man, dass schwarze Löcher in Wirklichkeit eine extrem verdichtete Materie, von der vielfachen Größe einer Sonne sind, deren Anziehungskraft so groß ist, dass der Körper in sich selbst zusammenfällt. Auch alles, was sich in seiner Nähe befindet wird angezogen und fällt schließlich in die verdichtete Masse hinein. Dabei ist die Anziehungskraft des schwarzen Loches so groß, dass es selbst das Licht nicht mehr loslässt, so dass uns alles „schwarz“ erscheint, was sich im Inneren des schwarzen Loches befindet.

Das schwarze Loch dient an dieser Stelle im Buch also als Vergleich für die verschlingende Schwärze und die ewige Nacht, die Eleni in den Augen der Nyx wahrnimmt.

 

Seite 305

 Tribunal

Tribunal ist ein anderes Wort für ein „Gericht“, vor dem ein Angeklagter angehört wird, um darüber zu entscheiden, ob er schuldig ist oder nicht. Der Begriff wurde ursprünglich von den alten Römern verwendet.

 

Seite 342

 Chimären

Die feuerspuckenden Kreaturen mit dem Kopf eines Löwen, dem zweiten Kopf eines Ziegenbockes und dem Schwanz in Form eines Schlangenkopfes stammen natürlich auch aus der griechischen Mythologie und nennen sich Chimären. Dort gab es nur eine Chimäre, die übrigens ein paar berühmte Geschwister hatte: u.a. die Sphinx und Kerberos, den dreiköpfigen Höllenhund, der den Eingang zum Hades bewacht.

Gegner der Chimäre war der Held Bellerophon und das geflügelte Pferd Pegasus, mit dessen Hilfe Bellerophon die Chimäre aus der Luft erschießen konnte.

 

Seite 365

 Pegasus

Es ist kein Zufall, dass ich mit den Erklärungen zum Pegasus bis hierhin gewartet habe – wenn ihr also noch nicht bis Seite 365 gelesen habt, dann lest jetzt bitte nicht weiter, sonst verrate ich euch Dinge, die ihr noch gar nicht wissen sollt.

ACHTUNG – SPOILER

Pegasus, das geflügelte Pferd war ein Sohn von Poseidon und Medusa. Im Gegensatz zu der Pegasusstute in diesem Buch war der Pegasus in der griechischen Mythologie männlich (Es gab auch nur einen und „Pegasus“ ist nicht etwa die Bezeichnung einer ganzen Rasse von geflügelten Pferden). In der berühmtesten Geschichte rund um den Pegasus wird das geflügelte Pferd zu dem Reittier von Bellerophon. Der junge Bellerophon hat in seiner Heimatstadt Korinth versehentlich seinen eigenen Bruder ermordet und wird daraufhin aus der Stadt verbannt. Als er bei dem König Proitus Unterschlupf findet, verliebt sich die Gattin des Königs in ihn. Bellerophon weist sie zurück, was sie als Anlass nimmt, um vor ihrem Gemahl zu behaupten, Bellerophon hätte sie geschändet. Aber Proitus bringt es nicht über sich, Bellerophon zu töten und schickt ihn stattdessen mit einem Brief zu seinem Schwiegervater Iobates. In dem Brief steht geschrieben, was Bellerophon Iobates‘ Tochter angeblich angetan hat. Doch auch Iobates kann sich nicht entschließen Bellerophon hinzurichten, also stellt er ihm einige Aufgaben, von denen er glaubt, sie seien tödlich.

Die erste dieser Aufgaben ist es, die Chimäre zu töten. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, braucht Bellerophon den Pegasus, da er sich der Chimäre nur aus der Luft nähern kann, ohne sofort getötet zu werden. Mit Poseidons oder Athenes Hilfe gelingt es ihm, das geflügelte Pferd zu zähmen und die Chimäre mit einer Bleikugel zu töten.

Auch Bellerophon ist ein Sohn von Poseidon. Somit sind Pegasus und er Halbbrüder. Allerdings war der Pegasus in der griechischen Mythologie nicht der gleiche Bruder, den Bellerophon zu Anfang getötet hat. Oder vielleicht doch und es ist nur nicht überliefert? Wer weiß … :-)

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