Kapitel 9 bis 13 – Wendepunkt

Seite 154

 Nahtoderlebnis

Als Nahtoderlebnis oder auch Nahtoderfahrung werden Berichte von Menschen bezeichnet, die kurz davor waren zu sterben und letztendlich doch noch überlebt haben. Oft wurden die betroffenen Personen bereits für tot erklärt, zum Beispiel bei einem Herzstillstand, konnten aber durch Wiederbelebungsmaßnahmen zurückgeholt werden.

Über die Zeit, in der sie als tot galten, berichten viele Menschen sehr ähnliche Erlebnisse: Oft beginnt ein Nahtoderlebnis damit, dass der Bewusstlose plötzlich über seinem eigenen Körper schwebt und auf sich selbst hinabsieht. Dabei können die Überlebenden später oft erstaunlich konkret erzählen, was in dieser Zeit mit ihnen geschehen ist, welche Rettungsmaßnahmen die Ärzte versucht haben, wer dabei war, usw. Das alles haben sie von „oben“ gesehen.

Irgendwann wenden sich die Sterbenden von ihrem eigenen Bild ab und berichten später, dass sie durch einen Tunnel geschwebt sind, an dessen Ende ein helles Licht war. Meistens werden sie dabei von jemandem in Empfang genommen, oft von einem Verwandten oder Freund, der bereits verstorben ist, manchmal (und je nach Glauben der betroffenen Person) aber auch durch einen Engel oder ein göttliches Wesen.

Am Ende dieses Tunnels findet sich dann meistens eine Art Grenze oder Mauer, die von den Überlebenden jedoch nicht überschritten wird. Stattdessen entscheiden sie sich in diesem Moment (mehr oder weniger bewusst), dass sie doch lieber ins Leben zurückkehren möchten.

Was diese Nahtoderlebnisse nun genau bedeuten, hat bislang niemand so richtig herausfinden können. Viele Forscher erklären die Ereignisse mit physiologischen Prozessen, die im Gehirn eines Sterbenden ablaufen, weil es nicht mehr genug Sauerstoff bekommt. Aber gerade die oft sehr genauen Berichte über den eigenen Tod, die sich später mit der Realität überprüfen lassen, führen dazu, dass viele Leute diese Nahtoderlebnisse für einen Beweis halten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.

 

Seite 170

 minoische Zeit

siehe meine Unterseite „Geschichte von Kreta und Griechenland“

 Antike

siehe meine Unterseite: „Geschichte von Kreta und Griechenland“

 

S. 174

 Amulett

Im Unterschied zu einem normalen Kettenanhänger, sind Amulette Gegenstände, denen eine magische Wirkung zugeschrieben wird und die deshalb als Schmuckstück am Körper getragen werden. Entweder zum Schutz vor bösen Mächten oder um eine bestimmte Wirkung hervorzurufen. Meistens werden Amulette als Ketten am Hals getragen. Sie können aber auch als jegliche andere Form von Schmuck vorkommen oder an die Kleidung geheftet werden. Wichtig ist nur, dass sie den Menschen immer begleiten.

Der Glaube an Amulette gilt einerseits als Aberglaube, kommt jedoch tatsächlich in allen Religionsgemeinschaften in irgendeiner Form vor. Auch das christliche Kreuz ist in seiner zugeschriebenen Wirkung und dem Glauben daran ein Amulett – und das, obwohl sich die christliche Kirche stets vehement gegen das Tragen von Amuletten und ähnlichen „Aberglauben“ ausgesprochen hat.

S. 188

 Nixen/Hesperiden

So, jetzt wird es ein bisschen komplizierter, denn für meine „Nixen“ habe ich ein paar mythologische Figuren miteinander vermischt.

Also fangen wir mal mit den „Hesperiden“ an. In den Sagen wurden bis zu sieben Hesperiden beschrieben und nach Hesiod ist Nyx ihre Mutter und Erebos, der Gott der Finsternis ihr Vater. Sie wohnten der Überlieferung nach ganz im Westen, am Rande der Welt auf einer Insel. Doch je nachdem aus welcher Zeit diese Legenden stammen, veränderte sich der Heimatort der Hesperiden und entfernte sich immer weiter von Griechenland, immer bis dorthin, was die Griechen zur jeweiligen Zeit als Ende der Welt ansahen, zuletzt war von einer „Insel im Atlantik“ die Rede. Die Hesperiden in der griechischen Mythologie waren Nymphen, also Naturgeister, die immer dafür zuständig sind, etwas zu bewachen. In der Legende rund um die Hesperiden bewachten sie einen Baum mit goldenen Äpfeln, die den Göttern zu ewigem Leben verhalfen. In dieser Erzählung traten die Hesperiden jedoch in der Gestalt von jungen, schönen Frauen auf (also nicht mit Fischschwanz, sondern mit Beinen).

Also kommen wir nun zu dem, was ich verändert habe: In meiner Geschichte bewachen die Hesperiden nicht mehr die goldenen Äpfel, sondern die Insel, auf der sie leben, also die „Insel der Nyx“, die von ihrer Mutter, der Nyx beherrscht wird. Auch die Gestalt der Hesperiden hat sich verändert, so dass sie jetzt, angepasst an ihr Leben im Meer, einen Fischschwanz anstelle von Beinen haben. Dieser verwandelt sich jedoch in Beine, sobald sie trocken werden.

Auch wenn die Hesperiden in der griechischen Mythologie niemals einen Fischschwanz besaßen, gab es jedoch andere Nymphen (z.B. die Najaden, Nereiden oder Okeaniden), deren Lebensraum im Wasser lag, die oft in der Gestalt einer Meerjungfrau dargestellt wurden. Vor diesem Hintergrund habe ich mir die Freiheit genommen, meine Hesperiden ebenfalls mit einem Fischschwanz auszustatten.

Ein weiterer Einfluss, der in meine Figuren der Hesperiden eingegangen ist, sind die Eigenschaften der Sirenen. Auch sie stammen aus der griechischen Mythologie und verführen Seefahrer mit ihrem Gesang. Dieses tun sie jedoch nicht aus freundlichen Motiven, sondern deshalb, um die Seefahrer in die Irre zu leiten, so dass ihre Schiffe an den Felsen zertrümmert werden. In den bekanntesten Darstellungen besitzen die Sirenen ebenfalls einen Fischschwanz und erscheinen daher wie Meerjungfrauen. Aber diese Erscheinungsform wurde ihnen erst in mittelalterlichen Malereien zugeordnet, während sie in den ursprünglichen Geschichten als Vogelfrauen mit einem Gefieder und Flügeln dargestellt wurden.

So, und als letztes kommen wir zu der Bezeichnung „Nixen“, welche die Mädchen im Buch oft für die Hesperiden verwenden. Diese habe ich ausgesucht, weil sie einfach die bekannteste Bezeichnung für die Meerjungfrauen-Gestalt ist, in der meine Hesperiden auftreten. Streng genommen haben Nixen aber gar nichts mit der griechischen Mythologie zu tun. Sie stammen vielmehr aus Legenden, die man sich in Nordeuropa erzählt hat. Auch im deutschen Raum gibt es zahlreiche Geschichten und Märchen, in denen Nixen eine Rolle spielen. Es gibt jedoch einige Parallelen zu den Geschichten über Nymphen in der griechischen Mythologie: Auch Nixen sind Wassergeister, bzw. Naturgeister, die mit einem bestimmten Teich, See oder Fluss verbunden sind, um ihn zu beschützen. Dabei besitzen Nixen jedoch in der Regel eine verhängnisvolle oder sogar todbringende Wirkung: So bezirzen sie oft junge Männer, nur um sie anschließend in die Tiefe ihres Wassers zu reißen und zu töten.

Damit erinnert diese Geschichte wirklich sehr an die Geschichte der Sirenen in der Griechischen Mythologie, so dass man vielleicht sagen kann, dass es die gleichen Figuren sind, für die es nur viele verschiedene Namen gibt: Nixen, Sirenen, Nymphen, und damit auch die ganzen Untergruppen von Wassernymphen, die es in der griechischen Mythologie gibt.

Seite 193

 Traumdämon = Oneiros (Mehrzahl: Oneiren oder Oneiroi)

Zumeist werden in der griechischen Mythologie drei Traumdämonen genannt, die allesamt die Söhne von Hypnos sind: Morpheus, Phobetor und Phantasos.

Die Oneiren erscheinen den Menschen in ihren Träumen, bzw. sie sind die Götter, welche die Träume formen. Dabei stellt Morpheus in den Träumen die Menschen dar, Phobetor schlüpft in die Rolle von Tieren und Phantasos formt die unbelebte Kulisse, also Pflanzen, Berge, Häuser – oder schlicht gesagt die Landschaft.

Die Oneiren können den Menschen wahlweise Wahrträume oder Trugbilder bescheren. Da aber niemand das beides voneinander unterscheiden kann, kann man aus seinen Träumen normalerweise nicht in die Zukunft sehen.

Die Oneiren sind als Söhne von Hypnos also Elenis Halbbrüder. So gesehen ist Eleni selbst eine „Traumdämonin“, und ihre Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen rührt daher, dass sie wahr und falsch in den Träumen voneinander unterscheiden kann.

 

Seite 194

 Kerenkinder

Die Kerenkinder sind eine Erfindung von mir. In „Insel der Nyx“ ist es so, dass die Keren (die Götter des gewaltsamen Todes) einige Kinder, die einen gewaltsamen Tod gestorben sind, ins Leben zurückholen. Dies tun die Keren, indem sie mit ihrem blau leuchtenden Schwert einen leuchtenden Sichelmond in die Haut der Kinder ritzen. Doch die Kinder, die auf diese Weise zurückgeholt wurden, verhalten sich nicht mehr so wie normale Kinder. Mehr verrate ich an dieser Stelle aber nicht, um nicht zu spoilern ;-) Eigentlich dürften die Zusammenhänge im Laufe des Buches klar werden. Aber wenn ihr noch Fragen habt, dann fragt mich ruhig :-)

 

Seite 219

 Parallelleben/Parallelwelt

Die Entstehung einer Parallelwelt oder eines Parallellebens ist eine theoretische Idee, über die schon in der Antike nachgedacht wurde und die bis heute häufig in Filmen oder Geschichten vorkommt. In der Regel entsteht ein Parallelleben oder eine Parallelwelt dann, wenn in der Geschichte etwas geschieht, was die Vergangenheit nachträglich ändert. Klassischerweise ist dies bei Zeitreisen der Fall, wenn die Figuren in die Vergangenheit reisen und damit in der Vergangenheit in die Geschehnisse eingreifen, so dass die Geschichte nicht mehr genauso verlaufen kann wie beim ersten Mal. Entsprechend hat sich die Welt der Figuren oft verändert, wenn sie in die Gegenwart zurückkehren.

In meiner Geschichte entsteht nun ein ähnlicher Effekt, aber ganz ohne Zeitreise: Alle Kinder, die auf die Insel entführt werden, verschwinden auch in ihrer Vergangenheit von der Erde, so als wären sie nie geboren worden. Entsprechend verläuft das Leben ihrer Eltern, Freunde und Nachbarn ganz anders als zuvor, so dass sich auch Elenis und Philines Leben von einem Moment auf den anderen komplett verändert hat. Dies bezeichnen die beiden Mädchen als Parallelleben bzw. Parallelwelt.

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